Ein Buch als Wegweiser I: Unterwegs mit Lukáš Cabala

Mit „meinem Autor“ Lukáš Cabala unterwegs zu sein und über „unser Buch“ Denkst du noch an Trenčín?/Spomenieš si na Trenčín? zu sprechen, haben wir im März schon in Leipzig, Berlin und Chemnitz ausprobiert. Die Veranstaltungen rund um die Leipziger Buchmesse 2026 waren zahlreich und spannend. Im Mai waren wir in die Deutsche Nationalbibliothek nach Frankfurt am Main und nach Wien eingeladen. Das Publikum war uns immer wohl gesonnen. Das Label Kulturhauptstadt weckt Interesse. Ich habe die Veranstaltungen entweder moderiert, gedolmetscht oder gelegentlich auch beides. Dabei habe ich Lukáš viele Fragen gestellt und Überraschendes, Neues, und Spannendes erfahren. Sein besonderer Humor war schon beim Übersetzen manchmal eine Herausforderung.

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Beatrix: Unterwegs am (ehemaligen) Eisernen Vorhang

An einem sonnigen Tag bin ich mit Beatrix Flatt verabredet. Wir kennen uns nicht, aber die Begegnung ist auch nicht zufällig. Beatrix hatte mich über meinen Blog entdeckt und angeschrieben. Auch sie führt einen Blog über ihr Projekt, das mich sehr interessiert. Die Journalistin und Reisebloggerin aus Helmstedt in Niedersachsen direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze war Ende Mai im bulgarischen Burgas auf eine besondere Fahrradtour aufgebrochen. Zwei Monate lang fuhr sie ganz allein am ehemaligen Eisernen Vorhang entlang und machte dabei u. a. in Bratislava Station. Da lag es nahe, auch Trenčín zu besuchen, obwohl es von der Route etwas entfernt liegt.

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Interviewen oder interviewt werden? Das ist hier die Frage!

Das Zitat stammt vom US-amerikanischen Künstler Andy Warhol, dessen rusinische Eltern, die Varholas, übrigens aus der Nähe des ostslowakischen Ortes Medzilaborce, wo es ein Warhol-Museum gibt, nach Amerika ausgewandert sind.

Nicht nur im Juni hatte ich mehrfach Gelegenheit mit Journalistinnen und Journalisten zu sprechen. Das Thema Kulturhauptstadt ist attraktiv und immer wieder kommen Medienschaffende aus verschiedenen europäischen Ländern in die Stadt, um über das Programm oder einzelne Aspekte zu berichten. Die Akteurinnen und Akteure vor Ort werden häufig für Termine angefragt und es stehen Gästebetreuende zur Verfügung, sowohl von Trenčín 2026 als auch von der Region Považie, zu der Trenčín gehört. Sie machen Programmvorschläge und vermitteln Kontakte sowie Dolmetschende. Von Seiten deutscher Medien besteht natürlich auch Interesse an meiner Arbeit und so wurde ich interviewt und begleitet oder durfte selber begleiten. Inzwischen sind einige schöne Artikel und für mich persönlich auch interessante Kontakte entstanden.

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Auf Spurensuche im Umland: Von Schuhen, Karpatendeutschen und Lebkuchenhäusern

Wir sitzen im Restaurant auf einer Bank, die sehr nah am Tisch steht. Aus dem Aquarium glotzt uns ein Karpfen an. Was er uns wohl sagen will? Das Lokal erinnert ein wenig an eine Höhle, feuchte Luft, Aromen von Moder, Bier und Bratfett. Wir bestellen panierten Käse und Kofola. Ich bin mit Lukáš Cabala und einem deutschen Journalisten im Plzenská verabredet. Das Restaurant „aus alten Zeiten“ ist auch ein Schauplatz in Denkst du noch an Trenčín? Wir sprechen über das Buch, über die Stadt und die Pläne für die kommenden Tage.

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Einmal Filmstar sein …

Besuch aus Babelsberg

Was für eine bunte, intensive und spannende Woche! Von 15. bis 18. Juni waren fünf Jugendliche und Lehrerin meine Gäste in Trentschin/Trenčín. Die kleine Crew hatte die Aufgabe, mich zu interessanten Orten zu begleiten und Material für einen Dokumentarfilm über meine Arbeit, das Stadtschreiberinnen-Dasein und die Kulturhauptstadt zu drehen. Bis Anfang kommenden Jahres soll daraus ein interessanter Rückblick entstehen, der bei verschiedenen Veranstaltungen gezeigt werden und dann auch im Internet zur Verfügung stehen soll. So einen Dreh habe ich noch nie mitgemacht, wusste also nicht, worauf genau ich mich einlasse. Die Erfahrung war für uns alle sehr bereichernd. Ein tolles Team, bestes Wetter, inspirierende Begegnungen und eine Schulung unserer Flexibilität und Problemlösungsfähigkeiten.

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Das war mein Mai #2

Literarisches in Trenčín, Frankfurt, Wien und Bratislava

Der tschechische Dichter Karel Hynek Mácha schrieb 1836 das romantische Epos Máj (Mai), das bis heute wohl jedes Kind in Tschechien und früher auch in der Slowakei in der Schule gelernt hat. Es beginnt mit Byl pozdní večer – první máj – večerní máj – byl lásky čas (etwa: Spätabend war’s der erste Mai der Abendmai war der Liebe Zeit). Es ist ein Liebesgedicht, das die Schönheit der Natur feiert. Máchas Zeitgenossen war es zu modern. Beim Studium an der Universität Leipzig kamen auch wir Westslawisten nicht an diesem wichtigen Werk vorbei und bis heute klingen die Worte in mir nach. So ist für mich der Mai auch immer ein Monat der Literatur. Und mein Mai 2026 war wirklich sehr literarisch …

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Das war mein Mai #1

Es ist bewölkt, ich sitze am Schreibtisch, draußen rauscht der Verkehr und zwitschern die Amseln. 2. Juni – wo ist nur die Zeit geblieben?! Der Mai verging wie im Flug, meine Aktivitäten waren so wechselhaft wie das Wetter. Zwischen Kennenlerntreffen, Veranstaltungen, Übersetzungsarbeit, Lese- und anderen Reisen, Einkaufen und Gartenarbeit war es gar nicht so leicht, Ruhe zu finden, um die Gedanken und Eindrücke festzuhalten. Weil all das kaum in einem Beitrag unterzubringen ist, wird es eher eine Art Foto-Story.

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Ein herzliches Willkommen in Trenčín

Die Stadt Trenčín hat uns mit Sonnenschein und blauem Himmel empfangen. Der Weg aus dem mährischen Brünn/Brno dauert mit dem Bus normalerweise nur zwei Stunden. Weil der 1. Mai auch in der Slowakei und in Tschechien ein Feiertag ist, waren am 30. April sehr viele Menschen unterwegs, um für das verlängerte Wochenende nachhause zu fahren oder einen Ausflug zu unternehmen. Unser Bus hatte dadurch fast eine Stunde Verspätung. Davon ließen sich unsere Gastgeber jedoch nicht die Laune vermiesen und haben uns sehr herzlich empfangen, vom Busbahnhof abgeholt und uns unser Zuhause auf Zeit gezeigt. Was man in der ersten Nacht in einem neuen Bett träumt, soll ja bekanntlich in Erfüllung gehen. Ich habe aber trotz Vollmond, weil es so ruhig und gemütlich war, so fest geschlafen, dass ich mich am Morgen an nichts erinnern kann. Doch auch der Tag danach kam mir vor wie ein Traum …

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Reisevorbereitungen – Ausblick auf eine abwechslungsreiche Zeit

Die Leipziger Buchmesse war voller spannender Erlebnisse und interessanter Veranstaltungen. Meine Übersetzung von Denkst du noch an Trenčín? wurde getauft, ich durfte den Autor endlich kennenlernen und mehr über seine Sicht auf Trenčín erfahren. Es gab viele anregende Gespräche mit den Messebesuchern und -besucherinnen: manche hatten schon von der Kulturhauptstadt Trenčín gehört, waren gar dagewesen, andere waren sehr positiv überrascht und einige hegten bereits Pläne für einen Besuch. Alles in allem ein gelungener Auftakt, der auch zur Steigerung meiner Vorfreude beigetragen hat. Die Buchmessewoche mit mehr als zehn slowakischen Veranstaltungen war sehr anstrengend, aber auch inspirierend. Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis ich in Trenčín eintauchen werde, statt nur aus der Ferne von der Stadt zu schwärmen. Häufiges Thema war jedoch auch die, gelinde gesagt, „angespannte“ Situation in der Slowakei. Insbesondere die Kulturszene protestiert gegen die Entscheidungen der Regierung und die Lage hat sich in den vergangenen Wochen weiter zugespitzt.

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Spannende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus!

Auf der Donauwelle Richtung Trenčín

Als Übersetzerin habe ich eine enge Beziehung zur Literatur an sich und zur slowakischen (und tschechischen) im Besonderen. Da kommt es mir sehr gelegen, dass die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr das Fokusthema Donau gewählt hat (und Tschechien Gastland der Frankfurter Buchmesse ist). Auch Stadt Trenčín und die Region Považie sowie das Deutsche Kulturforum östliches Europa sind auf der Leipziger Buchmesse mit Stand und Veranstaltungen vertreten. Wer in Geografie aufgepasst hat, weiß, Trenčín liegt gar nicht an der Donau, sondern an der Waag. Aber die Waag fließt in die Donau, und die Donau fließt unter anderem durch Pressburg/Bratislava. Panta Rhei.

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